Sloths and more..

Die Tage in Bocas vergingen wie im Flug! Susi und ich haben hauptsächlich einfach nur viel und gut gegessen (keinen Reis, aber lecker Bowls), karibische Strände genossen und am Abend zu Raggae und Dancehall Rhythmen abgetanzt. Ich kann nur sagen, bei unseren Dancemoves können sich die Latinos noch was abschauen.. Wir waren top! 🙂 (und niemand hat sich dieses Mal verletzt!)

Am letzten Abend allerdings wollten Susi und ich ein bisschen chillen. Daher waren wir nicht so begeistert, als sich schließlich eine Gruppe wildgewordener Teenager in unser Hostel eingenistet hatte. Da wurde doch tatsächlich Tequila aus Bauchnabeln getrunken und auf dem Tresen getanzt. Wer mich kennt, weiß, dass ich früher selbst ganz vorne mit dabei gewesen wäre. Als es aber um drei Uhr morgens immer noch nicht still war, musste ich ein Machtwort sprechen. Kennt ihr diese Handbewegung die man beim Hip Hop immer macht, um den Beat mitzutanzen? Genau diese Handbewegung habe ich gemacht und in sehr strengem Ton darauf hingewiesen, dass es jetzt reicht. Ich muss Eindruck hinterlassen haben. Die Kids waren sofort still, man hörte kein Wort mehr und Susi hat sich über mich kaputt gelacht. So schnell wird man alt…

Dann wollten wir weiter nach Bastimentos, genauer zu einem Hostel, das auf einer kleinen Insel neben der Hauptinsel liegt. Als ich meinen Rucksack wieder aufgeladen hatte und durch den Backpackerort zum Hafen wanderte, entgingen mir nicht, die vielen Blicke der Touristen und Einheimischen. Ungläubig starrten sie auf das Mädchen, das tatsächlich bei jedem Windstoß drohte, umzukippen. Ich glaube, von all den Backpackern, die hier unterwegs sind, habe ich den größten Rucksack.

Eigentlich hätten wir schon ein Ticket für die Fähre gehabt, nachdem wir aber ein bisschen orientierungslos herum geirrt waren, sprach uns ein junger Panameno an und wollte wissen, wo wir hin möchten. Susi gab ihm Auskunft, vereinbarte die Überfahrt zur Insel und wunderte sich, dass unser Ticket offenbar doch nicht für diese Fähre galt. Ich muss gestehen, dass mir sofort klar war, dass der Typ (höchstens 14) mit Sicherheit nicht der Fährenkapitän war, aber mein Rucksack war so schwer und immerhin hatte er ein Boot, also war mir alles egal. Erst als wir in dem Klappergestell saßen und der Bootsfahrer auf offener See noch einmal fragte, wo wir hin müssten (der Preis wurde etwas teurer, denn er musste vorher noch mal tanken), drehte sich Susi zu mir: „Hmmm.. Ich glaube, das ist nicht die Fähre nach Bastimentos..“

Die Bootsfahrt war trotzdem suuuuper lustig. Wir bekamen zwar keine Schwimmwesten, dafür drohte das Boot bei jeder größeren Welle in zwei Hälften zu zerbrechen.

Susi und ich freuten uns wie kleine Kinder in einer Achterbahn und bereuten keinen Moment, dass wir auf die langweilige Fähre verzichtet hatten.
Beim Hostel angekommen, entdeckten wir, dass die Beschreibung „ruhig und abgelegen“ hier tatsächlich zutraf. Hier gab es nichts, außer einem Hostel, einer Besitzerin mit ihrer Tochter, zwei Hunden, ein paar Katzen, zwei Volunteers und zwei älteren Pärchen. Achja und einem Gärtner, aber dazu später mehr.

Die Landschaft ist hier allerdings atemberaubend. Wunderschöne Mangroven, ein Dschungel direkt hinter dem Haus, eine unbezahlbare Aussicht. Im Zimmer angekommen war Susi auch überglücklich, weil sie endlich ihr Fliegennetz montieren durfte, das sie einmal als sie in INZING wohnte, gekauft hatte (dort gab es so viele Fliegen..)
Sie drappierte alles sorgfältig um mich herum und war dann tatsächlich enttäuscht, als ich es schaffte, trotzdem aus dem Double King Size Bett zu kriechen, um auf die Toilette zu gehen.

Ich weiß, was ihr denkt.. Ja, wir haben eine romantische Pärchen Suite. Wir wollten uns mal ein bisschen Luxus gönnen. Jedenfalls erklärte sie mir lange genug, wie man dieses Netz befestigen muss, damit keine Mücken hinein kommen. Morgens wachte ich voller Stiche auf. Susi hatte vergessen, ihre Seite zu schließen. Zum Glück habe ich aber offenbar das süßere Blut von uns beiden. Sollte ich in zwei Wochen Dengue Fieber oder Malaria haben, wisst ihr, wer Schuld daran hat… 😉

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Taxiboot zum Redfrog Beach. Das Wetter in der Karibik ist sehr wechselhaft, hatte man uns schon erklärt. Trotz Wolkenmauer nahmen wir das Projekt aber in Angriff. Der Taxibootfahrer wartete bereits, als Susi, die eine panische Angst vor Sonnenbrand hat, beschloss, sie müsste sich noch schnell eincremen. Die Creme flutschte prompt aus ihrer Hand ins Wasser zu den Mangroven, ein kleiner Rochen schwomm auch noch daran vorbei.

„Nicht ohne meine Sonnencreme“ dachte sich Susi wohl kurzerhand und kletterte in das dunkle Wasser, nur um dann schreiend gleich wieder raus zu klettern. Sie war tief im dunklen Schlamm versunken und hatte sich seltsamerweise auch noch einige Schnitte zugezogen. Das kanadische Pärchen konnte gar nicht fassen, wie schnell sich diese Österreicherin immer verletzen musste. Schließlich ließen wir die Creme doch zurück. (Der Kanadier hat sie mit einem Ruder später heraus gefischt-also keine Umweltverschmutzung)

Der Redfrog Beach war super schön und trotz der stürmischen Wellen hatten wir riesen Spaß im Wasser. Dann schien sogar ganz plötzlich kräftig die Sonne, woraufhin Susi schnell das Weite suchte und sich im Schatten erst mal mit der Ersatzsonnencreme ordentlich eincremte. „Die stärkste Sonneneinstrahlung ist bis 15.00 Uhr! So lange bleibe ich im Schatten! Danach komme ich!“

Um 14.55 Uhr setzte wieder starker Regen ein und Susi und ich flüchteten uns in ein Rettungsschwimmer Häuschen. Wenn wir zurück kommen, werde ich braun gebrannt sein und alle werden mich fragen, wie es so war in Panama und Costa Rica. Und dann werden sie fragen, wo Susi hingereist ist.. Sie sieht immer noch aus, wie eine Käseplatte.

So verging unser zweiter Tag auf Bastimentos recht gemischt. Einerseits waren wir sehr glücklich und verliebt in die Wellen, andererseits von Mücken zerstochen und voller Schnittwunden.
Heute Morgen sollten wir dann eine aufregende Dschungeltour mit dem Gärtner machen, bei der wir eventuell sogar Faultiere sehen könnten. Leider regnete es wieder. Das sollte uns nicht daran hindern. William der Gärtner kam. Stiefel an, Hut auf, eine Machete in der Hand. 45 Minuten führte er uns und das kanadische Pärchen durch den Dschungel. „sloth“ sagte er plötzlich, hielt an und zeigte uns ein Faultier, das sich leider hinter Blättern versteckte.

Wir konnten durch den Schatten trotzdem erahnen, wie es aussehen könnte. Ein paar Meter weiter hielt er erneut an: „Racoon“ erklärte er und deutete auf einen dunklen Fleck im Baum, etwa in 60 Meter Entfernung. Mit dem Fernglas konnte ich tatsächlich einen schlafenden Waschbären erkennen. Auch die kleinen Redfrogs entgingen seinem scharfen Blick nicht (die sind so groß wie mein Fingernagel). Zum Glück hatte er auch seine Machete dabei, so konnte er bestimmt zwei Farnhalme und eine gefährlich aussehende Blume köpfen, um uns den Weg frei zu machen. Generell gesehen war William ein eher stiller Geselle, aber zwei mal musste er doch lautstark lachen.

Ich weiß nicht, ob ich erwähnt habe, dass Susi einmal zu mir gesagt hat: „Dort, wo andere mit ihren Händen klettern müssen, da spaziere ich locker durch“. Das war, als ich sie darauf hingewiesen habe, dass Kletterwanderungen mit ihrem Gips vielleicht weniger sinnvoll sind.. Heute bewies sie ihr Geschick.

Wir gingen mit William über eine kleine Holzbrücke. Es knarrte ganz laut und als ich mich umdrehte, lag Susi halb im Wasser des Sumpfes. Sie war mit beiden Beinen ausgerutscht. William lachte. „Ich kann überall sicher gehen, nur nicht, wenn es rutschig ist“, verteidigte sie sich. (Genau wie gestern, als sie ein Tischtennis Match verlor, weil sie gerade eine Kokosnuss gegessen hatte.. Aber das wäre eine andere Geschichte)

Das zweite Mal lachte William, als er einem Ast auswich, der mir dafür dann direkt ins Gesicht klatschte.

Wir hoffen, wir verletzen uns nicht noch mehr.. Morgen geht es wieder weiter nach Costa Rica. Alles Liebe, Vera Vis.








Veröffentlicht von WhoIsVeraVis

Ich weiß noch nicht, wer ich bin, aber ich bin höchst erfolgreich dabei, es herauszufinden...

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