10 Herzen in meiner Brust..

In letzter Zeit war es recht still um mich, aber das lag schlichtweg daran, dass ich keine Lust mehr auf meinen Blog hatte. Er hat mich gelangweilt. Und wenn es schon beim Schreiben für mich langweilig ist, wie muss es dann erst für andere beim Lesen sein?

Soll nicht heißen, dass ich in den letzten Wochen nichts geschrieben habe. Im Gegenteil- ich war sehr produktiv -und mein Manuskript ist nun fast komplett fertig gestellt. Aber ich hatte eben keine besondere Lust, weitere Blogeinträge zu schreiben.

Trotzdem habe ich mich nun aufgerafft und beschlossen, mich hier mal wieder zu melden. Ehrlich gesagt wollte ich auch einfach nicht, dass mein letzter Blogeintrag so stehen bleibt, denn irgendwie mag ich ihn nicht. Ich glaube, das ist mitunter das Schwerste, wenn man etwas von sich preis gibt. An einem Tag findet man alles, was man gerade erschaffen hat, egal ob Musik, Bilder, Design oder in meinem Fall eben Geschreibsel, gut. Dann schläft man eine Nacht darüber und denkt sich nur: Wer hat denn diesen Scheiß verzapft? Zum Glück habe ich letztens gehört, dass es sogar Profis so ergeht. Irgendwie scheint sich dieser schnelle Wandel aber tatsächlich durch mein Leben zu ziehen.

Ich habe manchmal das Gefühl, ich besitze die Aufmerksamkeit einer Stubenfliege. Wenn ich mich für etwas Neues interessiere, bin ich Feuer und Flamme und glaube dann, endlich das Richtige für mich gefunden zu haben, aber nach einiger Zeit (manchmal länger, manchmal kürzer) finde ich dieselbe Sache stinklangweilig und ich suche nach neuen Herausforderungen. Ich sage dann immer ganz schlicht: „Jetzt habe ich es gesehen, jetzt kann ich weiter ziehen.“ Diese Einstellung stört mich aber. Wenn man wie ich, immer wieder auf der Suche nach etwas Neuem ist, bedeutet das dann nicht, dass man niemals zur Ruhe kommen wird?

Da gab es mal eine Internet Spruch, den ich immer liebend gerne geteilt habe: 

„Vor 5 Minuten hast du noch etwas ganz anderes gesagt!“ -„Egal. Ich habe mit der Vergangenheit abgeschlossen.“

Dieser Dialog trifft es ziemlich genau. Ich ändere ständig meine Meinung, habe immer neue Pläne und irgendwie ruft das in mir auch die Angst hervor, dass ich vielleicht niemals zufrieden sein kann. 

In den letzten beiden Tagen war ich auf einem Bauernhof, fernab der Zivilisation, wenn man so will, denn es wurde noch mit Holz geheizt, es gab kein Internet und das Essen kam hauptsächlich vom eigenen Anbau beziehungsweise von Tieren, die man selbst oder ein Nachbar geschlachtet hatte. Ich genoss die Ruhe für mich und habe über all diese Fragen nachgedacht. So intensiv, als müsste ich, wenn ich dann wieder nachhause fahre, eine Antwort haben und endlich wissen, was ich für mein Leben wollte. Wie dem auch sei, ihr kennt mich ja inzwischen, ich habe keine Antworten erhalten, ich habe zwar bestimmt 4 kg zugenommen, weil das Essen so lecker war und insgesamt 24 Stunden meines Aufenthaltes geschlafen oder gefaulenzt, aber bei der Rückfahrt war mein Gemüt trotzdem um einiges ruhiger und plötzlich hatte ich eine ganz andere Perspektive. (Passend zum Thema;))

Meine Fähigkeit, mich immer neu zu orientieren kann auch ein Vorteil im Leben sein. Vielleicht sind meine Interessen nur von kurzer Dauer, aber dafür muss ich nie Angst haben, dass sie mir irgendwann ausgehen werden, denn ich werde immer wieder eine neue Leidenschaft entdecken. Mein Leben kann dadurch bereichert und vielfältiger werden.

Außerdem gibt es da immer noch die wirklich wichtigen Dinge, bei denen ich durchaus sehr standhaft und ausdauernd bin.

Familie

Freundschaft

Schreiben

An meinem Manuskript schreibe ich immerhin schon zwei Jahre und ich bin mir sicher, dass ich, sobald dieses endgültig fertig ist, mit dem nächsten anfangen werde. Komme, was wolle. 

Ich sage immer ganz scherzhaft: „Ich schreibe so lange Bücher, bis ich mindestens eines veröffentliche.“ Ihr werdet sehen, ich mache meine Drohung wahr! 😉

Was ich damit sagen will: ich bin nicht die konstanteste Person der Welt, manchmal sehr sprunghaft in meinen Launen oder Entscheidungen, es fällt mir auch schwer, mich festzulegen. Aber ich kann darauf vertrauen, dass ich die wirklich wichtigen Dinge oder die wirklich wichtigen Menschen in meinem Leben niemals aufgeben werde. Und darauf kommt es doch an. Vielleicht wohne ich mal hier, mal da, ziehe irgendwann mit einem Wohnwagen und einer Familie durch die Gegend, vielleicht habe ich mal meinen eigenen Bauernhof oder ich lebe in einer Großstadt, vielleicht habe ich fünf Kinder oder nur einen Hund, vielleicht einen Mann oder wer weiß, vielleicht viele? 😉 Ich kann noch so sehr versuchen, mir einen Plan zurecht zu legen, das Leben macht mir ohnehin oft einen Strich durch die Rechnung, also könnte meine Begabung, mich immer wieder neuen Gegebenheiten anzupassen auch von Vorteil sein. Man könnte es „flexibel“ nennen.

Insofern: Vielleicht schreibe ich hier in diesem Blog bald wieder was- vielleicht auch nicht. Ich lass es mir offen, ihr möget mir meine Unbeständigkeit verzeihen. 

Am Anfang dieses Blogeintrages habe ich ja immerhin geschrieben, dass es mich langweilt. Nun ja, wie ihr seht, habe ich meine Meinung inzwischen geändert:

 Es wird nie langweilig.

(Zumindest für mich nicht ;))

Schönen Sonntagabend! Vera Vis

Veröffentlicht von WhoIsVeraVis

Ich weiß noch nicht, wer ich bin, aber ich bin höchst erfolgreich dabei, es herauszufinden...

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