(Ode an die..) Liebe

Gleich vorweg: Ich muss euch enttäuschen, mein Beitragsbild hat dieses Mal leider nichts mit meinem Text zu tun, ich fand es einfach nur sehr lustig. Aber das Thema wäre eigentlich ganz gut, vielleicht kommt da noch mal was 😉

Wie schon der Titel heute verrät geht es um die Liebe. Ich liege gerade krank im Bett und habe deshalb ein bisschen Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. (Ich kann nicht schlafen)

Wenn man mein aktuelles Liebesleben hier in diesem Blogeintrag beschreiben müsste, wären wir an dieser Stelle fertig. Blank Page, sage ich nur… 

Also Nein- ich bin  gerade nicht verliebt und vor ein paar Monaten hätte ich noch gedacht „Gott-sei-Dank“ denn wie ich immer zu sagen pflege: Die Liebe ist ein Schlachtfeld und meistens lag ich am Ende verwundet am Boden der Tatsachen. Nichtsdestotrotz heilt die Zeit ja bekanntlich alle Wunden (um mich hier ein paar Floskeln zu bedienen) und mittlerweile, nachdem von den tiefen Verletzungen nur noch verheilte Narben übrig sind, bin ich wieder bereit und offen für die Welt. Zumindest behaupte ich das, denn im Grunde bin ich mir da gar nicht so sicher. Ich war schon seit Jahren nicht mehr wirklich verliebt. Zwischendurch gab es hier und da mal mehr oder weniger bedeutende Schwärmereien, aber mein Herz blieb letzten Endes ganz bei mir und ich weiß manchmal nicht, ob das gut so ist. Ist es eine Stärke, wenn wir uns nicht mehr fallen lassen und hemmungslos verlieben oder ist es viel mehr Selbstschutz und ein Phänomen unserer Gesellschaft? In Zeiten von tinder (ich habe meinen account inzwischen gelöscht) und all dem oberflächlichen Getümmel geht die Liebe ganz schön unter. 

Niemand will sich mehr die Blöße geben. Männer fragen prinzipiell auch gar nicht mehr um Dates (in meinem Fall verständlich- weil sie vielleicht Angst haben, Inhalt meines Blogs zu werden- nicht ganz unbegründet), sondern liken nur noch ein „Profilbild“. Man bleibt lieber auf der sicheren Seite, auf der man nichts versprechen und sich zu nichts bekennen muss. Alle Optionen offen halten. Man schläft lieber miteinander, statt sich zu daten, denn dann ist man dem anderen nicht wirklich etwas schuldig, wenn man aber mal ernsthaft ins Gespräch kommt, könnte das schon zu viele Hoffnungen schüren. Manchmal habe ich das Gefühl, ich muss dem armen „stärkeren“ Geschlecht zuerst versichern, dass er mir keine Unterhaltszahlungen schuldet, nur weil er mich auf einen Kaffee einlädt. Aber ich will die Männer hier gar nicht an den Pranger stellen, ich sitze im selben Boot. Nur nie jemandem zu viele Hoffnungen machen, immer klar stellen, dass man eigentlich eh nur locker daten möchte, falls man dann doch keine Lust mehr auf den Menschen hat, kann man immer noch sagen, dass man es eh von Anfang an angekündigt hätte. 

Mein Vater hat mir einmal erklärt, dass die Liebe zuerst einfach mal da ist, aber die Entscheidung mit diesem Menschen ein Leben zu verbringen, die musst du tatsächlich mit dem Kopf fällen und zwar an jedem Tag aufs Neue. An manchen Tagen ist diese Entscheidung ganz leicht, weil du die Nähe, Zuneigung, Vertrautheit und Liebe einfach fühlst, an anderen Tagen wird es vielleicht schwieriger, man muss sich erinnern, warum das der „beste Freund“ ist und hier ist vielleicht auch der Clue an der ganzen Sache. 

Sind wir überhaupt noch gewillt an einer Beziehung zu arbeiten, und uns mit jemandem auseinanderzusetzen auch wenn es anstrengend ist und wir uns nicht immer voll verliebt fühlen?

Ist es nicht viel einfacher, frisch, fröhlich und heiter in den Tag hinein zu leben ohne sich zu jemandem oder zu einer Beziehung zu bekennen und an ihr festzuhalten?

All das sind absolute Kopffragen. Letzten Endes muss ich mich diesen erst dann stellen, wenn wieder jemand in meinem Leben ist, der mein Herz durcheinander bringt. Im Moment ist das noch nicht der Fall. Ich finde immer mal wieder jemanden attraktiv, fühle mich zu Menschen hingezogen und wie das so ist, geht man vielleicht auch mal ein Stück des Weges gemeinsam (ihr wisst schon was ich meine). Aber mir wurde schon lange nicht mehr schwindlig vor lauter Herzklopfen. 

Manche werden jetzt zu Recht sagen, dass das, was ich hier beschreibe, nur Hormone sind und nichts mit echter Liebe zu tun haben, aber ich glaube, dass es diese Hormone braucht, um das andere wachsen zu lassen. Manchmal ist es nur eine Freundschaft und plötzlich, durch einen Kuss, entsteht ein vollkommen neues Bild, manchmal trifft es einen zuerst inmitten der Eingeweide, um dann langsam Richtung Herz und Kopf zu wandern. Wie dem auch sei- die Liebe ist Kopf und Herz und Körper und eine riesen Portion Freundschaft. Es ist jedoch immer ein Risiko. Auf beiden Seiten. Die Frage ist doch- können wir mit diesem Risiko umgehen? In meinem Fall sage ich ganz klar: Ja. Ich habe schon Liebeskummer überlebt und ich werde ihn wieder überleben, aber mich deshalb zu verkriechen und mich nie wieder auf jemanden einzulassen, ist für mich keine Alternative. Das Leben will gelebt werden. 

Ich nehme mir jedenfalls vor, meine Sicherheitsanker an Bord zu lassen und stürmisch und mutig in See zu stechen. (zum Glück bin ich kein Mann- bei diesen Metaphern *haha*)

Das Gute an der ganzen Sache ist ja, dass man es im besten Fall nicht alleine entscheiden muss. Es gehören zur Liebe ja tatsächlich immer zwei, auch wenn ich das in meiner Vergangenheit oft ignoriert habe. Nur, wenn zwei Menschen fühlen, dass sie ohne den anderen nicht sein wollen, kann auch etwas daraus wachsen.

Man könnte noch so viel mehr zu diesem Thema schreiben, nicht umsonst füllt man ganze Bücher damit, aber ich lege mich jetzt wieder ins Bett, weil ich glaube, dass ich Fieber habe. 

Leere Seiten sind jedenfalls dazu da, beschriftet zu werden, also mal schauen, was sich in meinem Liebesleben tut. Ich halte euch auf dem laufenden. 🙂 

VIEL LIEBE, eure Vera

Veröffentlicht von WhoIsVeraVis

Ich weiß noch nicht, wer ich bin, aber ich bin höchst erfolgreich dabei, es herauszufinden...

Ein Kommentar zu “(Ode an die..) Liebe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: