Lift you up…

Hallo ihr Lieben! Ich weiß, ich habe euch einen vier Seiten Blog über mein Mittagessen versprochen, aber ich muss euch enttäuschen- heute nicht. Heute geht es um meinen Dienstag. Für all diejenigen, die jetzt aber sehnsüchtig auf diese Info gewartet haben: Es gab ein Sandwich zu Mittag und Pizza zum Abendessen.. (keine Smoothie Bowls *sorry*)

Jedenfalls war der Tag lang und hart und irgendwie passierte es, dass mich kleine Kommentare von wenig wichtigen Menschen so aus der Bahn gebracht haben, dass ich um 17.00 Uhr auf einer Bushaltestellenbank saß, den Tränen nahe und mich fühlte, als wäre ich der lonesome rider höchstpersönlich. Nur, dass ich nicht mal ein Auto habe, das ich fahren könnte. 

Einmal in einem Psychologiekurs an der Uni gab uns eine Professorin die Aufgabe, uns als eine Obstsorte zu definieren und uns zu jener Gruppe zu gesellen, zu denen wir uns am meisten zugehörig fühlten. Ich weiß – Psychologiekurs eben. Ich nahm die Aufgabe anfangs nicht besonders ernst, bis mir klar wurde, dass jeder sofort wusste zu welcher Gruppe er/ sie gehörte, nur ich nicht. Da waren Bananen, Trauben, eine Ananas, die aber im Obstkorb mit den anderen lag und als die Professorin mich befragte, musste ich eingestehen, dass ich eine Erdbeere bin, die von einem Korb zum nächsten hüpft. Ich fühle mich überall wohl, muss aber nirgends bleiben. Meine Professorin schmunzelte damals und meinte, dass sie mich genau so sehen würde, weil ich mit jedem gut auskomme und mich überall sehr gut anpassen kann. Ich weiß, sie meinte das als ein Kompliment, aber mich ließ diese Übung eine Weile lang nicht los, denn mir wurde dadurch klar, dass sich das irgendwie durch mein Leben zieht. Ich passe nirgends wirklich hin. 

Ich weiß, ich jammere immer über Kategorien und Schubladen und ich möchte auch nicht in solche gepackt werden, aber an manchen Tagen wünscht man sich doch eine Lade, in die man hinein passt, dann fühlt es sich weniger einsam an.

Jedenfalls saß ich auf dieser Bank und fühlte mich so, als ob ich der einsamste Mensch auf diesem Planeten sei – die, die meinen Blog schon eine Weil verfolgen, kennen meine etwas theatralische Seite ja bereits. Ich weiß, es gibt Hungersnot und Kriege und unser Planet ist kurz vorm Zugrundegehen. Von Donald Trump und Konsorten möchte ich gar nicht erst anfangen, aber es gibt nun mal Momente, in denen ich das Gefühl habe, in all dem Chaos bin ich immer noch die Ärmste,… 🙂 

Am liebsten hätte ich sofort eine Runde Selbstmitleid geheult. Ich war auch schon kurz davor, aber als ich bemerkte, dass die Passanten mich seltsam beäugten, habe ich schnell gegähnt und so getan, als hätte ich deshalb so feuchte Augen. Die mussten denken, ich hätte 10 Jahre nicht geschlafen, so oft, wie ich gegähnt habe.

Die Busfahrt nachhause konnte ich es kaum erwarten, endlich die Wohnungstür aufzuschließen, mich in mein Bett zu schmeißen und den ganzen Weltschmerz in mein Kissen zu heulen, aber da ich – wie ihr ja mittlerweile auch wisst – gerade wieder bei meinen Eltern wohne – war ich nicht allein und es half alles nichts: Tränen hinunter schlucken und weiter machen. 

So ein „Selbst-Mitleid-Heul-Krampf“ kann sehr befreiend sein und ich würde das nur jedem empfehlen, aber, wenn das nicht geht, so wie das in meiner Situation der Fall war, gibt es noch eine zweite Option: 

Tanzen.

Zufälligerweise war gestern Sean Koch in Innsbruck und was soll ich sagen, sie haben mir den Tag gerettet. Selbst wenn man noch so einsam in einer Menge steht und tanzt, fühlt man sich irgendwie gemeinsamer durch gute Musik. Außerdem habe ich mit wirklich tollen und liebenswerten Menschen gesprochen, was mir wieder nur vor Augen geführt hat, dass eigentlich niemand so wirklich davor gefeit ist, sich Gedanken darüber zu machen, wohin er/sie gehört, wer man ist und was man mit seinem Leben überhaupt anfangen soll. Und ganz nebenbei: Bin ich genug?

Ich werde wahrscheinlich nie in eine Schublade passen und wer weiß, wie oft ich hier noch darüber jammern werde… Aber auch wenn es Vera Vis nur einmal gibt, wird es immer etwas geben, was mich mit anderen Menschen verbindet, selbst wenn es nur die vielen Fragen sind, die uns durch den Kopf gehen… oder ein Abend voller guter Musik und einer Tanzfläche. Oder in meinem Fall 20 qcm Platz, aber das reicht manchmal auch. 😉

Schönen Mittwoch wünsche ich euch! Viel Liebe- Vera.

P.S. Ich habe nicht mehr geheult gestern. 🙂

Veröffentlicht von WhoIsVeraVis

Ich weiß noch nicht, wer ich bin, aber ich bin höchst erfolgreich dabei, es herauszufinden...

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