Mal ganz ehrlich.

Ich bin eine Tiefseetaucherin. An manchen Tagen kann ich je nach Tagesverfassung, Situation, Hormonhaushalt oder einfach nur der aktuellen Wetterlage ganz tief unten tauchen. Ich schreibe das jetzt mal hier rein, weil es mir immer wieder so ergeht, dass Menschen mich souverän, stark, selbstbewusst, unabhängig einschätzen. So von ganz weit außen betrachtet. 

Aber selbst gute Freunde, die mich längere Zeit nicht gesehen haben, haben immer nur diese Seite von mir in Erinnerung und glauben, ich bin eine dieser Super- Ladies. Mal ganz ehrlich: Gibt’s die überhaupt? Wie dem auch sei, ich bin anscheinend richtig gut darin, mich glänzend zu verkaufen. Ich will nicht sagen, dass ich nicht auch diese Seiten an mir habe, wie jeder Mensch eben. Aber in ganz vielen Bereichen meines Daseins war, bin und werd ich auch immer irgendwie ein Vollpfosten sein. Na und? Geht doch den meisten so. Jeder Mensch hat Baustellen, Unsicherheiten, Ängste, Sorgen. 

Ganz ehrlich bei jedem Liebeskummer hatte ich das Gefühl, dass ich nicht mehr atmen kann. Ich habe mich schon so dermaßen oft vor Typen zum Deppen gemacht, dass ich da schon allein ein Buch darüber schreiben könnte. Das mag jetzt alles ganz lustig klingen, war es aber nicht, denn wer das vielleicht kennt: 

Liebeskummer fühlt sich immer ein bisschen wie sterben an. 

Aber als ob das Schlachtfeld der Liebe nicht schon genug im Leben ist, müssen wir uns auch noch mit so vielen anderen Dingen herum schlagen. 

Wenn man sich mal die Zeit und Mühe macht, sich selbst kennen zu lernen, entdeckt man an sich ganz schön dunkle Seiten und das kann bisweilen echt erschreckend sein.

Vor einiger Zeit hatte ich das erste Mal in meinem Leben damit zu tun, dass ein geliebter Mensch eine schlimme Diagnose erhalten hatte und was soll ich sagen: Es zog mir beinahe den Boden unter den Füßen weg. Wochenlang lief ich wie in Watte gepackt durch die Weltgeschichte, alles fühlte sich wie ein Traum an und ich habe begriffen, dass mein Leben nie mehr so sein wird, wie es vorher war. Das nennt man dann wahrscheinlich erwachsen werden. So ist das leider im Leben. Immer wieder ereilen uns Schicksalsschläge und manchmal wird einem dadurch ein Stück Kindheit abgeschnitten und man muss sich mit schwerer Brust dem Leben und seinen Herausforderungen stellen. Das ist nicht immer leicht, aber die Alternative wäre aufzugeben und auch wenn ich, als Tiefseetaucherin, das auch schon so einige Male in meiner Vergangenheit im Sinn hatte, weiß ich aus Erfahrung und zum jetzigen Zeitpunkt, dass das Leben trotzdem immer noch aus Wellen besteht. 

Es wird nicht für immer nur traurig sein oder für immer nur anstrengend sein, genau so wie es nicht für immer nur schön sein kann. Das sind wohl die wichtigsten Lektionen, die wir Menschen lernen müssen, weil wir Perfektion anstreben, die es im Leben nicht gibt.

Nun gut. Heut habe ich wirklich viel geschrieben- aber es ging mir darum, mich mal ein Stück weit zu schälen. Das äußere Erscheinungsbild ist nur ein kleines bisschen Realität. Und ich würde mal ganz dreist behaupten, das gilt für JEDEN. Also nehmen wir uns doch hier und da Zeit, dahinter zu blicken, dann fühlen wir uns alle gleich ein Stück gemeinsamer. 

Ich nutze diesen Blog ganz bewusst nicht für irgendeine bestimmte Richtung. Hier geht’s nicht um Kunst, Mode, Essen, etc. Hier geht’s um Vera Vis, einen Teil von mir, den ich gerne erforschen möchte und der passt nun mal nicht in eine einzelne Kategorie. Manchmal mag es düster, provokant, sarkastisch, ab und zu witzig (ich lache zumindest oft) und so wie heute auch ernst sein, aber wir Menschen passen eben nicht in Schubladen. Wir sind nicht immer souverän, immer cool, immer gut drauf, immer politisch korrekt, etc. Wir sind eigentlich ziemlich bunt und das ist gut so.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass mich die Demos heute sehr berührt haben. Ich weiß, ich bin immer nahe am Wasser gebaut – wenn die Menschen bei Konzerten mitsingen, sogar wenn beim Fußball die Hymne gesungen wird, oder ganz generell wenn jemand anderes weint- ich gehöre zu denen, die immer gleich die Sonnenbrille aufsetzen müssen… Heute war ich auch zu Tränen gerührt von so viel Anteilnahme, vor allem der jungen Generation von morgen.

Das macht Hoffnung. VERAFORFUTURE

Veröffentlicht von WhoIsVeraVis

Ich weiß noch nicht, wer ich bin, aber ich bin höchst erfolgreich dabei, es herauszufinden...

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: